Wie nutze ich Google Analytics und Web Controlling zur
Erfolgskontrolle?

Teil 6 
aus der Lexware Hangouts Serie
„Kleinunternehmer im Web“

am 14. April 2016, 11:00 Uhr, Dauer: 30 Minuten
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Spätestens wenn du den Erfolg deiner Online Marketing-Aktivitäten messen und überwachen willst, solltest du dich näher mit dem Thema Web Controlling auseinandersetzen. Im Wesentlichen geht es dabei um die systematische Auswertung des Besucherverhaltens auf deiner Website (auch Web-Analyse bzw. Web-Analytics genannt).

Das passende Tool für dein Web Controlling 

In Teil 6 unserer Hangout-Serie erklärt Till Steinbrenner, Gründer und Geschäftsführer von Contential, welche Werkzeuge es zur Erfolgsmessung gibt und wie du für dein Kleinunternehmen das richtige Tool findest und einsetzt. Es gibt inzwischen sehr viele Software-Anbieter für Web Controlling. Das bekannteste und häufig genutzte Tool ist sicherlich Google Analytics. Weit verbreitet sind zudem etracker, CoreMedia, Piwik und econda.

„Konsequentes Web Controlling liefert dir viele hilfreiche Aufschlüsse.“
#Lexware #Controlling

Auf die richtigen Kennzahlen kommt es an

Um zu wissen, wie sich dein Web-Auftritt über einen bestimmten Zeitraum hinweg entwickelt und wo es gegebenenfalls Optimierungspotenziale gibt, benötigst du aussagekräftige Informationen. Verschiedene Kennzahlen helfen dir, den Überblick zu behalten. Zu den wichtigsten Zahlen gehören: Impressionen (Zahl der ausgespielten Seiten in einer Suchmaschine), Zahl der Besuche bzw. Seitenaufrufe, Zahl der Besucher, Verweildauer, Absprungrate, Konversionsrate, CTR (Anzahl der Klicks geteilt durch Impressionen) sowie CPC in der bezahlten Suche (Kosten pro Klick).

Wichtig: Du solltest zu Beginn genau festlegen, was du messen willst und welche Kennzahlen du dafür benötigst!

Datenaufbereitung und -interpretation

Es empfiehlt sich, in regelmäßigen Abständen (zum Beispiel einmal pro Monat) ein Reporting mit allen relevanten Kennzahlen anzulegen. Auf diese Weise kannst du gezielt nachverfolgen, inwieweit sich einzelne Werbemaßnahmen auswirken und ob es einen erkennbaren Trend gibt. Bitte beachte: Gerade wenn du Maßnahmen im SEO-Bereich durchführst, kann es unter Umständen etwas länger dauern, bis sich ein nachhaltiger Erfolg bemerkbar macht. Setze dir einen realistischen Zeithorizont und lass dich von kurzfristigen Ereignissen (zum Beispiel saisonalen Schwankungen) nicht verunsichern.

Das Lexware Hangout bietet dir folgende Inhalte

  1. Wie kann ich die Performance meines Web-Auftritts sinnvoll überwachen und messen?
  2. Welches sind die ersten Schritte in Google Analytics?
  3. Wie hängen einzelne Kennzahlen miteinander zusammen?
  4. Wie kann ich aus den gesammelten Daten geeignete Rückschlüsse für meine weitere Arbeit ziehen?
  5. Wie viel Zeit sollte ich für Web Controlling aufwenden?

Fragen & Antworten

Folgende Fragen wurden während des Hangouts und durch unsere Zuschauer gestellt:

Was genau ist Web Controlling?

Web Controlling (auch Web-Analyse genannt) befasst sich mit dem Sammeln und Auswerten von Daten, um mehr über das Nutzerverhalten auf einer Website zu erfahren. Idealerweise führt diese Datenauswertung und -interpretation zu konkreten Maßnahmen. Doch leider wird oftmals bloß ein Reporting erstellt, ohne irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen. Wichtig ist zudem: Web Controlling ist kein einmaliger Prozess, sondern eine fortlaufende Aufgabe.

Lohnt sich dieser Aufwand für mich als Kleinunternehmer überhaupt?

Ja! Denn mit Hilfe der Kundendaten, die du durch Web Controlling sammelst und auswertest, kannst du gezielte Optimierungen vornehmen, um noch mehr Nutzer bzw. Kunden zu erreichen. Übrigens ist allein schon die Datenerhebung beim Web Controlling wesentlich einfacher als bei „klassischen“ Werbemaßnahmen, wie etwa der Bannerwerbung auf der Straße.

Welche Tools gibt es zur Messung?

Wenn es um die Analyse der eigenen Website geht, heißt der Markführer mal wieder Google. Das Analyse-Werkzeug Google Analytics wird fast von der Hälfte aller Webseiten-Betreiber verwendet und ist noch dazu gratis. Weiterer Vorteil: Gerade für Anfänger gibt es zahlreiche Hilfestellungen im Netz. Google Analytics lässt sich darüber hinaus mit der Google Search Console und Google AdWords verbinden, dann fließen wertvolle SEO- und SEA-Daten in das Konto mit ein.

Eine kostenlose Alternative stellt Piwik dar. Am Markt gibt es natürlich noch viele weitere Anbieter und auch viel teurere Software. Für dich als Kleinunternehmer ist Google Analytics aber eine gute Wahl.

Wie richte ich Google Analytics ein?

Die Installation ist recht einfach: Du kannst bei Google Analytics mit wenigen Klicks ein neues Konto anlegen und deine Website hinzufügen. Der etwas schwierigere Teil ist dann die Implementierung des Tracking Codes in den Quelltext deiner Seiten, damit Google Analytics richtig funktioniert. Hierzu gibt es gute Tutorials im Netz. Wer auf ein modernes Content Management System wie zum Beispiel WordPress setzt, kann auch ein entsprechendes Plugin installieren. Nach der Einrichtung solltest du noch deine Datenschutzerklärung anpassen.

Welche Zahlen und Messgrößen sind relevant?

Neben der Zahl der Seitenaufrufe wird gerne die Gesamtzahl der Besucher gemessen. Dabei gilt: Ein Besucher kann mehrere Seitenaufrufe tätigen. Außerdem wird oft die Verweildauer bzw. Sitzungsdauer analysiert, also wie lange sich ein Besucher durchschnittlich auf der Seite aufhält.

Ganz wichtig ist zudem die Absprungrate (auch Bounce Rate genannt). Sie gibt an, wie viele Besucher die Seite nach nur einem Seitenaufruf wieder verlassen. Bei Google Analytics findet man diese Zahlen in der „Zielgruppen-Übersicht“.  

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die „Kanal-Übersicht“, die du in Google Analytics unter dem Menüpunkt „Verhalten“ findest. Hier wird gemessen, über welchen Kanal die Nutzer auf deine Website kommen (Suchmaschine, Social Media, Direktaufruf). Du kannst dort auch herausfinden, welche deiner Web-Inhalte besonders erfolgreich sind.

Wie leite ich aus den Daten sinnvolle Maßnahmen ab?

Diese Frage ist entscheidend. Bedenke zunächst: Konkrete Rückschlüsse kannst du nur ziehen, wenn du im Vorfeld bestimmte Zielwerte festgelegt hast. Hundert Besucher pro Monat können beispielsweise für einen Online-Shop gut sein - wenn es diejenigen Besucher sind, die am Ende auch etwas kaufen. Wenn die Besucherzahlen dauerhaft zu niedrig sind, kannst du versuchen, mit mehr Inhalten zu punkten und mehr Energie in SEO-Maßnahmen stecken (siehe auch Hangout 3).

Auch die Absprungrate ist eine sehr wichtige Kennzahl. Eine gewisse Anzahl an Absprüngen lässt sich leider nicht vermeiden. Trotzdem ist ein Besucher, der abspringt, ein Problem. Faustregel: Absprungraten von 50 oder 60 Prozent sind tolerierbar, darüber hinaus wird es kritisch. Was hier generell hilft, ist eine nähere Analyse der Unterseiten: Welche Seiten haben eine hohe Absprungrate? Diese solltest du dann optimieren – mit besseren Inhalten und mehr (internen) Verlinkungen.

Wie viel Zeit sollte ich für Web Controlling
aufwenden?

Ganz wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit. Mindestens einmal pro Monat sollte man sich mit Web-Analyse auseinandersetzen. Folgendes beispielhafte Vorgehen empfehlen wir für einen Kleinunternehmer:

Wöchentlich etwa 20 bis 30 Minuten: Daten erheben und einen kurzen Blick in das Konto werfen. Außerdem: Ideen und Gedanken grob sammeln.

Monatlich etwa vier bis sechs Stunden: Zusammenfassung der wöchentlichen Daten und Notizen sowie Interpretation und Ableitung geeigneter Maßnahmen.

Alle drei bis sechs Monate: Umsetzung der Maßnahmen – je nach Priorität und Kosten.

Ab wann lohnt es sich, Web Controlling von einem externen Dienstleister durchführen zu lassen?

Die Web Analyse „outzusourcen“ ist für dich als Kleinunternehmer in der Regel nur dann sinnvoll, wenn sie komplett extern durchgeführt wird – das heißt von der Datenerfassung bis hin zur Optimierung. Das ist aber meist mit hohe Kosten verbunden. Daher unser Tipp: Du solltest dich zumindest zu Beginn selbst mit dem Thema beschäftigen.

Mit unseren Experten

Der Host: Christoph Pause

Christoph ist seit 2008 Chefredakteur der Marketingzeitschrift acquisa. Seine Themen sind digitales Marketing, E-Commerce und Kundenmanagement. Mit seinem Engagement begeistert er 18.000 Leser offline und weit über 80.000 Online Nutzer im Web.

Till Steinbrenner

Till ist Experte für Content Marketing, SEO und Web-Analyse sowie Eigentümer von Contential, einer Agentur für digitales Marketing und Webdesign in Freiburg. Dort bringt er seine jahrelange Erfahrung als Online-Redakteur ein.

Wissen & Tipps zu diesem Hangout

aus acquisa, Lexware Wissen & Tipps, Lexware Blog und Lexoffice Blog

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